Elektroarbeiten am R16

Los geht es mit dem Anlasser. Da er noch drehte habe ich nur die Schleifkohlen kontrolliert und für gut befunden. Also,  sauber machen und neue Farbe.

Die original Glühkerzen Beru 0,9 V habe ich durch Schnellglühkerzen Beru 11,0 V (GV 626) ersetzt. Ich sehe darin drei Vorteile:

1. geht die Glüherei schneller

2. werden nicht rund 10 Volt an den Wiederständen verbraten.

und

3. kann ich die Wiederstände ersatzlos streichen. Der Glühüberwacher bleibt weiterhin eingebaut. Ob er noch glüht wage ich zu bezweifeln.....mal sehen.

Mit einer gesunden Batterie und einem guten Motor nicht unbedigt das Thema aber ich möchte Starterstrom sparen und beim alten Deutz war die Batterie schon nach dem Vorglühen fast schlapp.....das möchte ich nicht mehr.

 

Weiter...., Blinkerschalter zerlegt und gereinigt, geschliffen und neu lackiert. Die Federn lupfen die Kontaktplättchen ins freie......
Mit zwei Fühlerlehren konnte ich die Kontaktplättchen nieder halten und den Schalter wieder verschrauben. Für die neue Verkabelung wird aber nur noch ein "Wechsler" gebraucht. Genau genommen würde ein Wechselschalter mit "0" Position reichen. Ist aber bequem wenn er am Lenkstock sitzt.

Es beginnen die "Umbauten". Bei der Elektrik finden die meißten Veränderungen statt. Blinker und Warnblinkanlage mußten in den 60-70gern nachgerüstet werden, somit eh nicht "original". Das Blinkerrelais stammt aus einem VW und der Warnblinkschalter aus einem Opel. Beides für kleines Geld vom Schrottplatz. Damit lässt sich einfach und gut, vor allem mit wesentlich geringerer Verkabelung, in eine funktionierende Anlage umbauen. Wenn ich fertig bin und es funktioniert, werde ich den Schaltplan mal hier einstellen.

Es leuchtet sogar wenn die Zündung eingeschaltet ist.... High Tech am Trecker...;-)

Zündschalter, Glüh-Starttaster und Kontrollampen gereinigt und werden auch so wieder eingebaut. Lediglich beim Glühüberwacher werde ich die Wendel entfernen und durch ein Lämpchen ersetzen......dann leuchtet es wenn vorgeglüht wird.... ;-)

Die Hupe ist zwar Umweltschonend aber nicht TÜV-Konform......sie hupt halt nicht. Habe sie zerrlegt und gereinigt.....uha, ein gefummels bis das wieder zusammen ist. Es gibt zwei Einstellmöglichkeiten damit es richtig "brummt".... Einmal vorn an der Membrane und hinten am Anker. Wenn beides wieder stimmt, Hupts auch wieder. Leider habe ich das schöne Hella- Schild abgebaut und von alter Farbe befreien wollen..... Die El.-Drahtbürste hat es mir aus den Fingern gerissen und nun liegt es irgendwo in meiner Werkstatt. Jetzt muß ich alles aufräumen um es zu finden.....;-(

Ist nie mehr aufgetaucht......obwohl für Umzug alles leer geräumt wurde...

Leider klappt es noch nicht so ganz, Der Unterbrecher unterbricht zwar aber sie bekommt über einen zweiten Weg Strom...... das finde ich aber auch noch. Oben links ist ein metallisierter Zylinder, ich vermute ein Kondensator, der für sauberen Funkenabriss und Entstörung gedacht ist. Vermutlich lässt der die 12V durch. Den werde ich mal "still"-legen und wenn er kaputt sein sollte, kommt einfach einer aus einer Zündanlage rein.

Achtung: nur kurz mit 12V probieren, sonst raucht schnell die Spule ab. Ich habe einen Summer dran gehängt. Erst wenn es auch wieder "Unterbricht" wird der Rest eingestellt.

Die Hupe nervt, also mal den Sicherungskasten montiert. Jetzt neu, dort wo früher mal die Batterie war. So kommt man leicht an die Sicherungen und die Verkabelung wird auch einfacher.... Ich werde die Leitungen so verlegen, daß ich im "Notfall" den Sicherungskasten auch an die ursprüngliche Stelle zurückbauen kann. Da stimmen nur die Anschlußfahnen nicht.... dafür braucht man dann einen anderen Sicherungskasten.....

Es original Amaturenbrett ist nun "voll", mehr geht nicht mehr drauf. Noch ist nichts verkabelt, ich denke aber im laufe der Woche geht es los. Unterhalb kommt noch eine Abdeckung. Darin werden noch einige Schalter, Wasserthermometer, Steckdosen ein gebaut. Wenn es wirklich mal sein sollte kann so leicht wieder ein "originaler" Zustand hergestellt werden. Das kommt aber erst nach der HU.....jetzt wird nur gemacht was ich für die HU brauche. 

Ich kann es kaum erwarten ihn endlich mal zu fahren....

Die Kabelenden wurden einfach verdrallt und verschraubt so war es überall. Gute Werkstätten hatten sie verzinnt, dies ist aber auch nicht mehr zulässig. Nach der Kfz-Innung dürfen nur noch Adernendhülsen mit Kragen verwendet werden.

Unabhängig davon, ich verarbeite sie gerne und kann sie nur jedem empfehlen. Gerade bei neuen Klemmen, sind die Schrauben oft so scharfkanntig, da hat man schnell die Adern abgequetscht. Es muss ja nicht gleich brutzeln aber wenn etwas nicht funktioniert, sucht man lange bis dieser Fehler gefunden ist.

Jeweils fast 1 Stunde fummeln, bis ich mit Hilfe eines "Zugdrahtes" das Kabel durch die Kotflügelverstärkung gezogen hatte.....

Die Verkabelung erfolgt nun in EHDO-Kabeln... ;-)

Wühste Verkabelung im Holzkasten. Rücklichter und beide Steckdosen (13pol + 7 pol) wollen angeschlossen werden. Zusätzlich werden noch die Anschlüsse für die Anhänger-Batterie vorgesehen. 

Ebenso Arbeitsleuchte und gelbes Rundum-Licht.... Zugegeben, für einen Elektriker kann der "Schaltschrank" nicht groß genug sein. Da werde ich mich mal richtig Austoben. Der Schaltplan für die neue Blinkanlage ist da...

Alles in allem, wird die Verkabelung mit Sicherheit nicht "original".... aber brauchbar.

Ende 1960 wurden in Deutschland die Blinker Pflicht. Am Traktor wurden Blinkrelais verbaut, die 2x18W +1 (+1) Lampen betreiben konnten. Irgendwann 1970 musste die Warnblinkanlage nachgerüstet werden. Jetzt, benötigte man aber  4x18(21)W +2 (+2) darum musste der Warnblinkschalter ein eigenes Relais besitzen. Kosten bei Bosch original Blinkerrelais ca. 65€, Warnblink ca. 90€.

Dadurch entstand aber auch die aufwändige Verkabelung.....Hut ab vor den Werkstätten. Wenn ich sehe wieviel Adern (8) im Blinkerschalter untergebracht waren, würde heute mit den Adernendhülsen gar nicht mehr gehen.....;-)

Nun brauche ich gerade mal 3 Adern und alles funktioniert.

Der "neue" Warnblinkschalter ist im Prinzieb nichts anderes als ein 2 poliger Umschalter. Einmal überbrückt er 30 auf 15 und zum zweiten überbrückt er den Blinkerschalter 49a auf L und R.

 

Trotz allem kam doch noch eine ziemliche Verkabelung zu Stande.. es sieht noch wühst aus aber es wird noch werden... ;-)

Für das "Fernlicht" suche ich noch einen Platz für den Schalter....vermutlich kommt er noch auf die Schalttafel.....

Für kleines Geld habe ich aus einer KFZ-Werkstatt eine fast neue Drehstrom-LIMA bekommen. Bosch 0120489 110 (=) 111, 14V 55A. Könnte vom Golf stammen. Die Riemenscheibe habe ich mit Hilfe einer aufgebohrten Unterlagscheibe um 3mm verbreitert, dadurch liegt der Keilriemen besser auf.

Am Halter habe ich die Hülse entfernt und.........

...... durch eine 20mm längere ersetzt. Nun fluchtet es genau mit dem Keilriemen...
Ich bin mal gespannt wie lange der 8mm Gewindestab das aushält. Vermutlich wird das ein Schwachpunkt werden.... Bei Gelegenheit werde ich ihn durch eine Schraube ersetzen... 8x140 8.8 oder besser 10.9

Den oberen Halter habe ich neu machen müssen und an der Wasserpumpe eine Schraube höher gesetz. Dann klappts auch mit dem spannen...

Passt schön in den R16, Seitenblech geht drüber und da sie weiter vorne sitzt, wird sie kaum gesehen..... ;)

Nun klapp's auch mit der Verkabelung...

Schaltplan für die Warn-Blinkanlage

 

 

Foto: Daniela Trautwein, TC

zurück